Pilotprojekt schafft verbindliche Strukturen und mehr Chancengleichheit
Die Stadt Angermünde stärkt den Übergang von der Kita in die Grundschule mit einem neuen Pilotprojekt ab dem Schuljahr 2026/2027. In enger Zusammenarbeit von Kitas und Schulen erhalten Vorschulkinder frühzeitig Einblicke in den Schulalltag und werden gezielt auf den Schulstart vorbereitet. Einheitliche Materialien für alle Einrichtungen sorgen dabei für mehr Chancengleichheit von Anfang an.
Bewährte Zusammenarbeit als Grundlage
Als Trägerin der beiden staatlichen Grundschulen – der Puschkinschule und der Gustav-Bruhn-Schule – arbeitet die Stadt seit vielen Jahren eng und konstruktiv mit den Schulleitungen zusammen. Im regelmäßigen Austausch mit den Schulleiterinnen Laura Göbel-Weiss und Kati Gründel sowie dem pädagogischen Personal der beiden Schulen werden gemeinsame Vorhaben abgestimmt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Pilotphase mit zwei Kitas
Vor diesem Hintergrund starten die Stadt und die beiden Grundschulen gemeinsam mit zwei ortsansässigen Kitas – dem Evangelischen Kindergarten sowie der Kita „Kinderstübchen“– ab dem Schuljahr 2026/2027 ein Pilotprojekt. Ziel ist es, den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule nachhaltig, strukturiert und abgestimmt zu gestalten.
„Ein gelungener Übergang ist eine wichtige Grundlage für den weiteren Bildungsweg der Kinder. Wenn wir es schaffen, den Vorschülerinnen und Vorschülern frühzeitig positive Erfahrungen mit dem Lernraum Schule zu ermöglichen, erleichtert das den Start“, betont Laura Göbel-Weiss.
Einblicke in den Schulalltag
Im Rahmen des Projekts besuchen die Vorschulgruppen der beteiligten Kitas regelmäßig die Grundschulen. Sie lernen die Räumlichkeiten und Materialien kennen, nehmen an ersten Unterrichtsformaten teil und erhalten Einblicke in den Schulalltag. So sammeln die Kinder bereits vor Schuleintritt Erfahrungen in ihrer zukünftigen Lernumgebung und erwerben grundlegende Kompetenzen für einen erfolgreichen Start.
Anne Drogott, Leiterin des evangelischen Kindergartens, ergänzt: „Wir freuen uns, von Anfang an dabei zu sein. Das Projekt bietet eine große Chance, unsere Vorschularbeit weiterzuentwickeln und die Kinder noch gezielter auf den Schulstart vorzubereiten.“
Karolin Lange, Leiterin der Kita „Kinderstübchen“, erklärt: „Die enge Zusammenarbeit mit der Schule gibt unseren Vorschulkindern Orientierung und Sicherheit. Sie können ihre zukünftige Schule frühzeitig kennenlernen und Schritt für Schritt Vertrauen aufbauen – das ist eine wertvolle Grundlage für einen gelungenen Schulstart.“
Enge Abstimmung aller Partner
Ein zentrales Element des Projekts ist die enge und systematische Zusammenarbeit aller Beteiligten. Der Übergang wird als gemeinsamer Prozess von Kindern, Eltern, Kitas, Schulen und dem Schulträger gestaltet. Durch einen intensiveren fachlichen Austausch werden bestehende Strukturen weiterentwickelt und noch besser aufeinander abgestimmt.
„Der Übergang von der Kita in die Schule gelingt besonders gut, wenn Kinder ihren Schulrucksack bereits gemeinsam mit Kita und Schule packen dürfen – gefüllt mit Neugier, Selbstvertrauen und wichtigen Erfahrungen. So kommen sie gut vorbereitet bei uns an und können sicher in ihren neuen Lebensabschnitt starten“, erklärt Kati Gründel.
Perspektivischer Ausbau nach Evaluation
Die beiden beteiligten Einrichtungen sind ein erster Schritt. Nach der Pilotphase ist eine Auswertung im Frühjahr 2027 vorgesehen. Ziel ist es, das Angebot schrittweise auszubauen und perspektivisch weiteren – möglichst allen – Kitas die Teilnahme zu ermöglichen. Hierfür werden die notwendigen strukturellen Voraussetzungen geschaffen.
Chancengleichheit durch einheitliche Materialien
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Chancengleichheit, von der bereits jetzt jedes Kind profitieren soll: Allen Kitas in Angermünde – unabhängig von ihrer Trägerschaft – werden kostenfrei einheitliche Vorschulhefte für jedes Vorschulkind zur Verfügung gestellt. Damit wird sichergestellt, dass alle Kinder, egal in welcher Einrichtung sie betreut werden, ab dem Kitajahr 2026/2027 mit denselben Materialien arbeiten können. Die Finanzierung erfolgt durch die Stadt. So wird erstmals eine gemeinsame und mit den Grundschulen abgestimmte Grundlage für die Vorschularbeit geschaffen.
